Ausstellung “Am Set”
Jan 02
Film © Fotomenne - Fotolia.com
Dass nicht nur das Endprodukt von Dreharbeiten als Kunst gesehen werden kann, beweist die Berliner Doppelausstellung “Am Set“: Fotografien zeugen von der Filmkunst, die während der Dreharbeiten stattfindet. Denn dort wird hunderte Male an der perfekten Illusion geschraubt und geprobt, bis diese am Ende perfektioniert im Kasten ist. Daher werden “Am Set. Paris – Babelsberg – Hollywood, 1910 bis 1939″ und “Berlin – Babelsberg, heute” nicht nur das Herz von Filmfreaks höher schlagen lassen: Das Paradox, der Filmkunst mittels der Fotografie näher zu kommen, also ausgerechnet der Kunstform, die die Bewegung stillstehen lässt und zu stillen Momenten komprimiert, ist bei der Doppelausstellung verblüffend gut gelungen. Neben dem künstlerischen Anspruch der gezeigten Exponate lassen sich diese auch wunderbar “lesen”: So verraten die vielen Fotografien auch einiges von den Produktionsmethoden, den Innovationen und Arbeitsabläufen der mittlerweile gut 100-jährigen Filmgeschichte. Ein Blick hinter die Kulissen – das ermöglicht “Am Set” endlich für Jedermann.
Rund 250 Vintage-Prints in meist vorzüglicher Auflösung sind aus den Beständen der Pariser Cinémathèque, der Deutschen Kinemathek und der Sammlung des 2004 verstorbenen Filmfans Gabriel Depierre, Assistent des großen Fotografen Roger Corbeau, zusammengetragen worden. Eine Reise zurück in die Zeit, ins Glashaus in Babelsberg, über die ersten Regiestühle und Flüstertüten zu ehemaligen Stars der Filmszene bis hin zum aktuellen Geschehen an Filmsets überall auf der Welt. Diese sind im zweiten Teil der Ausstellung zu bewundern und umfassen abermals rund 200 Werke: Von Tom Cruise in “Valkyrie” und Brad Pitt in “Inglourious Bastards” bis hin zum Arbeitsalltag bei Quentin Tarantino oder dem erst 2012 anlaufenden Kinofilm “Barbara” von Christian Petzold. Die mitreißende Symbiose von bewegten und unbewegten Bildern rund um Mensch und Technik ist noch bis zum 29. April in der Deutschen Kinemathek zu sehen.
