Die Autorin Charlotte Roche
Aug 26

Charlotte Roche, Foto: olddigitaleye_flickr
Charlotte Roche – ein Name, den man in den letzten Wochen oftmals in den Medien gehört hat. Eine Frau, die es kein zweites Mal gibt. Auf den ersten Blick erscheint sie ein bisschen neurotisch und verrückt, doch recht sympathisch. Erst wenn man sie länger sprechen hört, wird einem klar, dass sie viel durchgemacht hat.
Vor ein paar Jahren kam ihr erstes Buch ‘Feuchtgebiete’ in die Buchläden. Es wurde ein riesen Erfolg, doch die meisten Kritiker verrissen sie. Doch Charlotte wäre nicht Charlotte, wenn sie sich darum nicht kümmern würde. Nun ist ihr zweiten Buch vor wenigen Wochen erschienen. Lob gab es wieder einmal nicht, eher Entsetzen. Man fragte sich, was geht in einer Frau vor, die die größte Tragödie, die ein Mensch erleben kann, niederschreibt und vermarket.
Vor einigen Jahren sind ihre drei Brüder ums Leben gekommen, als sie auf dem Weg zu ihrer Hochzeit waren. Die Mutter überlebte den Autounfall, doch die Brüder verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Man kann sich vorstellen, dass die letzten Jahre für Charlotte Roche nicht einfach gewesen sind, doch kann man auch nachvollziehen, dass sie das in einem Buch niederschreibt? Aber es ist nicht nur das, was die Menschen verstört. Sie spricht nahezu mehrmals die in einer Talkshow über das Buch und ihr Leben. Sie spricht über Therapien und Süchte. Die Boulevardpresse ist dankbar für soviel Offenheit, doch man zweifelt daran, dass das der Autorin guttut.
Die Viva-Moderatorin und Vorzeigeteenie von damals, scheint es nicht mehr zu geben. Locker und lustig, das war mal. Nun bekommt man beim Zuschauen das Gefühl, man müsste sie vor sich selbst schützen. Vor zwei Wochen war sie bei Markus Lenz in der Sendung und erzählte von ihrem Buch und ihrem psychischen Zustand. Sie klagte die Bild-Zeitung an, sie wäre pietätlos gewesen und bemerkte gar nicht, dass die Qualität dieser Sendung, in der sie war nicht höher war, als das Blatt, das sie anprangerte.
